Fall 1 von 3
QA für drei Produkte verantwortet
Im Produktteam bin ich der QA-Engineer: zuständig für alles, was Testen betrifft, bis zur Release-Empfehlung.
- Rolle
- Software Quality Assurance Engineer, TIMOCOM
- Zeitraum
- 2024 – heute
- Werkzeuge
- Playwright, TypeScript, GitLab CI/CD
- Ausgangslage
Seit 2024 im Team Tourenplanung, 2025 kam das Flottenmanagement dazu, 2026 das Rating. Das Ziel: Fehler sollen auffallen, bevor Kunden sie melden.
- Mein Beitrag
- Die übergreifende Teststrategie an die Anforderungen des Produktteams angepasst.
- Den QA-Aufwand nach den anstehenden Features der drei Produkte verteilt.
- Schon im Refinement angesprochen, was mir als Tester auffällt: unklare Anforderungen und Fragen zur Testbarkeit.
- End-to-End- und Regressionstests mit Playwright und TypeScript von Grund auf aufgebaut, samt GitLab-CI/CD-Pipeline: Smoke-Tests bei jedem Merge Request, die ganze Suite jede Nacht.
- Abwägung
Abläufe mit starken Abhängigkeiten zu Fremdsystemen teste ich bewusst von Hand, weil automatisierte Tests dort schon an kleinen Änderungen im Fremdsystem scheitern könnten. Fehlgeschlagene Tests priorisiere ich danach, ob sie reproduzierbar oder nur sporadisch fehlschlagen und welches Risiko sie absichern.
- Releases
Die Release-Empfehlung gebe ich erst, wenn alle kritischen Fehler aus der Abnahme behoben sind. Bei einem kritischen Fehler mit dem Risiko eines Dienstausfalls habe ich keine positive Empfehlung gegeben. Deployment und Rollback erproben wir im Team vorab auf einer Testumgebung mit dem Versionsstand der Produktion.
- Ergebnis
Die Automatisierung hilft uns, die Release-Termine zu halten, obwohl mit jedem Produkt mehr zu testen ist.
Fall 3 von 3
Signalauswertung von Stunden auf Minuten verkürzt
Bachelorarbeit bei Bosch Engineering zur elektrischen Robustheit leistungselektronischer Komponenten in Elektrofahrzeugen.
- Rolle
- Bachelorand, Bosch Engineering GmbH
- Zeitraum
- 2019 – 2020
- Werkzeuge
- ECU-TEST, Python
- Ausgangslage
Die Komponenten wurden auf ihre elektrische Robustheit geprüft. Die Signalauswertung dafür war Handarbeit und kostete ein bis zwei Arbeitstage.
- Mein Beitrag
- Die Messdaten der bestehenden Robustheitstests mit ECU-TEST und Python automatisch ausgewertet.
- Geprüft, ob die Spannungssignale zu vorgegebenen Zeitpunkten die definierten Schwellenwerte erreichten.
- Daraus einen fertigen Bericht erzeugt.
- Die Auswertung an den nachfolgenden Bachelorstudenten übergeben; ein externer Dienstleister hat sie ebenfalls genutzt.
- Ergebnis
Eine Auswertung dauerte danach etwa 30 bis 45 Minuten statt 8 bis 16 Stunden Handarbeit.
Arbeitsweise und Profil
Viele Tests sind noch keine Qualität. Hundert schlechte Tests laufen grün, während die Fehler in Produktion landen. Deshalb frage ich bei jedem Test zuerst, welches Risiko er absichert. Welche Tests zuerst kommen, entscheiden Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung: Ein technisch kleiner Fehler, der Kunden im Hauptworkflow behindert, kann so wichtig sein wie ein Datenbankabsturz, der sich nur selten und schwer auslösen lässt.
Als Nächstes will ich Qualität über mein Produktteam hinaus prägen: Standards anstoßen, andere befähigen, Risiken für mehrere Teams entscheidbar machen. Damit habe ich schon angefangen. Die Rollback-Probe vor dem Deployment habe ich angestoßen, damit Deployments ohne Überraschungen laufen und der Weg zurück geklärt ist. Das Zwischenspeichern der Anmeldung mit storageState habe ich aus einem anderen Projekt ins Testteam gebracht; Login-Flows müssen seitdem nur einmal laufen, die E2E-Tests sind stabiler und schneller, und die Lösung ist in die gemeinsame Automatisierung eingeflossen. Einer Kollegin habe ich mit kleinen, aufeinander aufbauenden Aufgaben den Wiedereinstieg in die Automatisierung erleichtert.
Ich komme aus dem Embedded-Bereich: Elektrotechnik-Studium, Mitarbeit an der Fahrzeugsteuerung eines Formula-Student-Rennwagens, Steuergeräte für Autohersteller. Dort lernt man sehr schnell, wie teuer Fehler sind, die erst im Feld auftreten. Deshalb denke ich Qualität ab der ersten Anforderung mit.
Profilfakten
- Abschluss
- B.Eng. Elektro- und Informationstechnik, Hochschule Düsseldorf, 2016 – 2021, Bachelorarbeit mit 1,1
- Zertifizierung
- ISTQB Certified Tester Foundation Level
- Sprachen
- Deutsch, Englisch (B2)
- Nächstes Ziel
- Senior QA mit Verantwortung über das eigene Team hinaus
- Arbeitsmodell
- Bevorzugt hybrid, offen für remote und vor Ort
Kompetenzen
- Testautomatisierung
- Playwright, TypeScript, Postman
- Lasttests, Monitoring und Testmanagement
- k6, Checkly, Grafana, Testmo
- APIs, CI/CD und Betrieb
- REST, GraphQL, SQL, GitLab CI/CD, Docker, Kubernetes, Azure
- Embedded und technische Systeme
- ECU-TEST, CANoe, CANalyzer, CAPL, Python, C / C++